Warum große Kohlenhydratmengen beim BARFEN keine gute Idee sind!
“Haben Tiere eine Seele und Gefühle“
kann nur fragen,
wer über keines der beiden verfügt.
- Eugen Drewermann
Viele Hundehalter meinen es gut.
Mehr Gemüse, etwas Getreide, vielleicht Reis, Hafer oder sogar selbstgebackene Hundekekse – „das ist doch gesund“, denkt man. Schließlich gelten diese Lebensmittel für uns Menschen als wertvoll.
Doch genau hier liegt der Denkfehler:
Hunde sind keine kleinen Menschen.
Hunde sind Fleischfresser.
Und trotzdem landen in vielen Näpfen große Mengen Gemüse und Getreide – oft gut gemeint, aber biologisch nicht sinnvoll.
Kohlenhydrate sind für Hunde nicht essentiell, übermäßig verfüttert belasten sie Verdauung und Stoffwechsel und können langfristig zu Problemen führen.
Dieser Artikel erklärt, warum weniger Kohlenhydrate mehr Gesundheit bedeuten, was im Verdauungstrakt wirklich passiert – und weshalb auch „gesunde“ Hundekekse nicht die beste Wahl sind.
Hunde sind Fleischfresser – biologisch betrachtet
Hunde sind Karnivoren.
Und das nicht erst seit Kurzem, sondern seit Millionen von Jahren. Wildlebende Hundeartige hatten während der gesamten Evolution keinen Zugang zu nennenswerten Mengen an Kohlenhydraten.
Wenn überhaupt, nahmen sie minimale, bereits vorverdaute Pflanzenreste über den Mageninhalt kleiner Beutetiere auf. Getreide, Knollen oder stärkehaltige Pflanzen spielten keine relevante Rolle.
Kohlenhydrate: nicht nötig, aber leicht verfügbar
Getreide und stärkehaltige Pflanzen liefern vor allem komplexe Kohlenhydrate.
Diese Nährstoffgruppe ist für Hunde nicht essentiell.
Ja, Hunde können Kohlenhydrate verdauen und in Energie umwandeln.
Aber sie benötigen sie nicht – und sie sind nicht darauf ausgelegt, größere Mengen regelmäßig zu verarbeiten.
Die natürliche Energiequelle des Hundes ist Fett, ergänzt durch hochwertiges Protein.
Was im Verdauungstrakt des Hundes passiert
Die Verdauung von Kohlenhydraten unterscheidet sich beim Hund grundlegend von der beim Menschen.
Beim Hund beginnt die Kohlenhydratverdauung erst im Dünndarm.
Speichel und Magensaft enthalten – im Gegensatz zum Menschen – keine kohlenhydratspaltenden Enzyme.
Beim Menschen ist genau das der Grund, warum Nahrung gründlich gekaut werden sollte:
Die enzymatische Vorverdauung im Mund entlastet Magen und Darm.
Der Hund hingegen ist ein Schlingfresser.
Er ist biologisch nicht dafür gemacht, Nahrung lange zu kauen oder vorzuverdauen. Die Verdauungsvorgänge finden ausschließlich im Magen-Darm-Trakt statt.
Kohlenhydratverdauung im Dünndarm
Erst im Dünndarm werden Kohlenhydrate durch Enzyme zerlegt. Dabei werden Stärke und Zucker in Einfachzucker gespalten, die anschließend ins Blut aufgenommen werden.
Dass etwas verdaut werden kann, bedeutet jedoch nicht, dass es dem Stoffwechsel langfristig guttut.
Stärke wird zu Zucker – mit Folgen
Stärke wird im Verdauungstrakt zu Glukose abgebaut.
Das führt zu Blutzuckerspitzen – und parallel zu einer Erhöhung des Insulinspiegels.
Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel gilt als zentraler Faktor für zahlreiche Stoffwechselentgleisungen, darunter:
Diabetes
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Übergewicht
Arthrosen
Krebs
Bauchspeicheldrüse unter Dauerbelastung
Hinzu kommt eine oft übersehene Belastung:
Die enzymproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse sind nicht für eine dauerhafte Verarbeitung großer Stärkemengen ausgelegt.
👉 noch mehr Informationen hier im Blogartikel: Hund vs. Mensch Darum ist der Hundemagen so anders!
Antinährstoffe im Getreide
Neben dem hohen Kohlenhydratgehalt enthält Getreide zudem den Antinährstoffe Phytinsäure.
Phytinsäure bindet Mineralstoffe und Spurenelemente und kann deren Aufnahme deutlich hemmen. Dazu zählen unter anderem:
Kalzium
Magnesium
Zink
Eisen
Das bedeutet:
Die wertvollen Nährstoffe einer Barf-Ration können nicht vollständig aufgenommen werden, wenn gleichzeitig Getreide gefüttert wird.
Auch „gesunde“ Hundekekse sind keine Lösung
Inzwischen backen viele Hundehalter – und auch kleine Manufakturen – Hundekekse aus Zutaten wie Hirse, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Haferflocken, Leinsamen oder Ei.
Alles Lebensmittel, die für Menschen als gesund gelten.
Das Problem:
Diese Kekse bestehen überwiegend aus hochkonzentrierten Kohlenhydraten. Mehrere Kekse pro Tag können den Kohlenhydratanteil deutlich erhöhen – selbst dann, wenn der Napf ansonsten gut zusammengestellt ist.
Ein grundlegender biologischer Unterschied
Es gibt:
essentielle Aminosäuren
essentielle Fettsäuren
Aber:
Es gibt keine essentiellen Kohlenhydrate, die über die Nahrung aufgenommen werden müssen.
Der Hund ist nicht darauf angewiesen, Kohlenhydrate zu fressen. Energie gewinnt er optimal aus Fett und Protein – so, wie es seiner Biologie entspricht.
Zahngesundheit spricht eine klare Sprache
Gekochte oder gebackene Getreideprodukte hinterlassen einen klebrigen Belag auf den Zähnen.
Der Hundespeichel enthält keine Enzyme, die diese Kohlenhydrate abbauen könnten.
👉 hier kannst du nachlesen: 20 No Go`s beim BARFEN !
Fazit:
BARF bedeutet nicht „kein Gemüse“.
Aber es bedeutet:
Fleisch als Basis
Gemüse gezielt und in moderaten Mengen
keine großen Kohlenhydratladungen
keine getreidelastigen Mahlzeiten
keine keksbasierte Belohnungsstrategie
Artgerechte Ernährung orientiert sich nicht an menschlichen Ernährungsregeln, sondern an der Biologie des Hundes.
FAQ – Kohlenhydrate & BARF
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Nein. Es gibt essentielle Aminosäuren und essentielle Fettsäuren, aber keine essentiellen Kohlenhydrate, die über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Hunde gewinnen Energie optimal aus Fett und Protein.
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Stärke wird im Verdauungstrakt zu Glukose abgebaut. Das führt zu Blutzucker- und Insulinspitzen, belastet den Stoffwechsel und kann langfristig Krankheiten wie Diabetes oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen begünstigen.
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Nein. Beim Hund beginnt die Kohlenhydratverdauung erst im Dünndarm. Speichel und Magensaft enthalten keine kohlenhydratspaltenden Enzyme. Die Aufspaltung erfolgt über Enzyme, die hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüsebereitgestellt werden.
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Nicht automatisch. Viele selbstgebackene Hundekekse bestehen überwiegend aus Getreide oder stärkehaltigen Zutaten und liefern konzentrierte Kohlenhydrate. Für Hunde sind solche Leckerlis biologisch nicht notwendig.
Hund oder Katze ?
Hallo, ich bin Beate – und bei mir leben zwei Hunde. BARF ist für mich ein echtes Herzensprojekt: weniger Fertigfutter, mehr artgerechte Ernährung. Denn frische Fütterung macht keine Mühe – sondern ist ein echter Game-Changer für eure Tiere.
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Happy to meet you