Hundesnacks selber machen!

Fleisch im Dörrautomaten oder Backofen trocknen und weiche Leberstücke herstellen

 

Je älter ein Haustier wird, umso mehr bedarf es der verständnisvollen Liebe des Menschen. (Paul Eipper)

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Welches Fleisch eignet sich?

  2. Vorbereitung

  3. Hygiene beim Verarbeiten von rohem Fleisch

  4. Fleisch im Dörrautomaten trocknen

  5. Fleisch im Backofen trocknen

  6. Weiche Leberstücke aus dem Backofen

  7. Auskühlen und Aufbewahren

  8. Wann müssen die Snacks entsorgt werden?

  9. BARF us Tipp


Selbst gemachte Hundesnacks sind eine einfache Möglichkeit, deinem Hund naturbelassene Kauartikel ohne Zucker, Getreide, künstliche Aromen oder andere unnötige Zusätze anzubieten.

Du bestimmst selbst, welches Fleisch verwendet wird, wie dick die Stücke geschnitten werden und ob die Snacks vollständig trocken oder etwas weicher sein sollen.


1. Welches Fleisch eignet sich?

Zum Trocknen eignet sich möglichst mageres Fleisch, zum Beispiel:

  • Rind

  • Pferd

  • Wild

  • Huhn

  • Pute

Sichtbares Fett solltest du so gut wie möglich entfernen. Fett trocknet nicht vollständig aus, kann schneller ranzig werden und verkürzt die Haltbarkeit.

Für die weiche Variante eignet sich besonders Leber.


2. Vorbereitung

Das Fleisch lässt sich leichter schneiden, wenn du es vorher etwa ein bis zwei Stunden leicht anfrierst.

Anschließend in möglichst gleichmäßige Streifen oder Stücke schneiden. Dünne Stücke trocknen schneller, dickere ergeben einen festeren Kauartikel.

  • Quer zur Faser geschnitten wird das Fleisch etwas weicher.

  • Längs zur Faser geschnitten wird es fester und zäher.

Für Hundesnacks bleibt das Fleisch naturbelassen. Salz, Öl, Zucker, Knoblauch, Zwiebeln, Gewürze oder Marinaden sind nicht geeignet!


3. Hygiene

Rohes Fleisch sollte sorgfältig verarbeitet werden. Hände, Messer, Schneidebretter, Arbeitsflächen sowie die Gitter des Dörrautomaten oder Backofenroste nach der Zubereitung gründlich reinigen.

Achte darauf, dass rohes Fleisch nicht mit Lebensmitteln für Menschen in Kontakt kommt.


4. Fleisch im Dörrautomaten trocknen

Die vorbereiteten Fleischstücke mit etwas Abstand auf den Gittern des Dörrautomaten verteilen. Sie sollten sich nicht berühren oder überlappen, damit die warme Luft gut zirkulieren kann.

Das Fleisch bei etwa 65–70 °C für 12–16 Stunden trocknen.

Die genaue Dauer hängt ab von:

  • der Fleischsorte

  • der Dicke der Stücke

  • dem Feuchtigkeitsgehalt

  • der Leistung des Geräts

  • der gewünschten Trockenheit

Sehr dünne Streifen können früher fertig sein. Dickere Stücke benötigen möglicherweise länger.

Wann ist das Fleisch fertig?

Vollständig getrocknete Fleischstücke sollten:

  • außen trocken und fest sein

  • innen keine feuchten oder weichen Stellen mehr haben

  • nicht klebrig oder saftig wirken

  • beim Biegen deutlich einreißen oder brechen

Schneide zur Kontrolle eines der dickeren Stücke auf.


5. Fleisch im Backofen trocknen

Auch ohne Dörrautomat kannst du Fleischsnacks herstellen.

Den Backofen auf etwa 65–70 °C Umluft einstellen.

Die Fleischstücke mit etwas Abstand auf einen Backofenrost legen. Darunter ein mit Backpapier belegtes Blech einschieben, damit austretende Flüssigkeit aufgefangen wird.

Die Backofentür einen kleinen Spalt geöffnet lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Dafür kann ein hitzebeständiger Holzkochlöffel zwischen Tür und Ofen geklemmt werden. Beachte jedoch die Hinweise des Geräteherstellers, da nicht jeder Backofen für den Betrieb mit geöffneter Tür geeignet ist.

Das Fleisch je nach Dicke etwa 8–16 Stunden trocknen.

Die Stücke während des Trocknens ein- bis zweimal wenden. Wenn der Ofen ungleichmäßig arbeitet, kannst du zusätzlich ihre Position verändern.

Auch hier gilt: Die Stücke sind fertig, wenn sie innen vollständig trocken sind und keine weichen oder feuchten Stellen mehr aufweisen.


6. Weiche Leberstücke aus dem Backofen

Manche Hunde reagieren empfindlich auf sehr harte, vollständig durchgetrocknete Snacks. Für sie kannst du Leber so zubereiten, dass sie außen fest, innen aber noch leicht weich bleibt.

Die Leber in gleichmäßige, nicht zu kleine Stücke schneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech oder auf einen Rost legen. Die Stücke sollten sich nicht berühren.

Bei niedriger Temperatur langsam trocknen. Die genaue Dauer richtet sich nach der Größe und Dicke der Stücke.

Die Leber ist fertig, wenn sie:

  • außen trocken und fest ist

  • innen noch einen kleinen weichen Kern hat

  • nicht vollständig hart oder spröde geworden ist

Diese Leberstücke sind keine haltbare Trockenware. Sie müssen nach dem Auskühlen direkt im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Tage verfüttert oder portionsweise eingefroren werden.


7. Auskühlen und Aufbewahren

Vollständig getrocknetes Fleisch

Lass die fertigen Fleischstücke vollständig auskühlen. Anschließend können sie noch einige Stunden offen auf einem sauberen Gitter oder Küchentuch liegen, damit die letzte Wärme und mögliche Oberflächenfeuchtigkeit entweichen.

Bewahre das Trockenfleisch danach in einem sauberen, trockenen Behälter im Kühlschrank auf.

Fülle die Stücke erst ein, wenn sie vollständig kalt und trocken sind. Bildet sich im Behälter Kondenswasser, ist noch zu viel Feuchtigkeit vorhanden.

Da der Restfeuchtegehalt zu Hause nicht genau gemessen werden kann, lässt sich keine sichere Haltbarkeit garantieren. Stelle deshalb lieber kleinere Mengen her und kontrolliere die Snacks regelmäßig.

Größere Vorräte kannst du portionsweise einfrieren.


Weiche Leberstücke

Weiche Leberstücke nach dem Auskühlen direkt in einen gut verschlossenen Behälter geben und im Kühlschrank aufbewahren.

Sie sollten innerhalb weniger Tage verfüttert werden. Für eine längere Lagerung die Stücke portionsweise einfrieren und jeweils nur die benötigte Menge im Kühlschrank auftauen.


8. Wann müssen die Snacks entsorgt werden?

Nicht mehr verfüttern bei:

  • Schimmel

  • unangenehmem oder ranzigem Geruch

  • klebriger Oberfläche

  • sichtbarer Feuchtigkeit

  • Kondenswasser im Behälter


9. BARF us Tipp

Stelle beim ersten Versuch nur eine kleine Menge her. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie lange dein Gerät für die verwendete Fleischsorte und Stückgröße benötigt.

Selbst gemachte Fleischsnacks sind eine Belohnung und sollten bei der täglichen Futtermenge berücksichtigt werden – besonders bei kleinen Hunden oder Hunden, die schnell zunehmen.

Leber ist zudem sehr nährstoffreich und sollte deshalb nur in kleinen Mengen verfüttert werden.


Wichtiger Sicherheitsschritt

Hygiene beim Verarbeiten von rohem Fleisch

Für gesunde Hunde kann das Fleisch roh in den Dörrautomaten gegeben werden. Ein vorheriges Garen ist für die Herstellung natürlicher Hundesnacks nicht zwingend erforderlich.

Wichtig ist jedoch ein sorgfältiger und hygienischer Umgang mit dem rohen Fleisch. Hände, Messer, Schneidebretter, Arbeitsflächen und die Gitter des Dörrautomaten sollten nach der Verarbeitung gründlich gereinigt werden. Achte darauf, dass rohes Fleisch nicht mit Lebensmitteln für Menschen in Kontakt kommt.

Das Fleisch muss vollständig durchtrocknen und darf im Inneren keine feuchten oder weichen Stellen mehr aufweisen. Besonders bei Geflügel, sehr jungen, alten oder immungeschwächten Hunden sowie in Haushalten mit kleinen Kindern oder immungeschwächten Personen ist zusätzliche Vorsicht sinnvoll. In diesen Fällen kann das Fleisch vor dem Dörren erhitzt oder auf Geflügel ganz verzichtet werden.

 

Hund oder Katze ?

Hallo, ich bin Beate – und bei mir leben zwei Hunde. BARF ist für mich ein echtes Herzensprojekt: weniger Fertigfutter, mehr artgerechte Ernährung. Denn frische Fütterung macht keine Mühe – sondern ist ein echter Game-Changer für eure Tiere.
◕‿◕
Happy to meet you

 
 
Weiter
Weiter

Leinsamenschleim als natürliches Magen-Darm-Pflaster