Hunde-Gesundheit ist ein Prozess, kein Zufall

 
 

Gesundheit lässt sich nicht einfach dadurch erhalten, dass man den Empfehlungen der Futtermittelindustrie und der Tiermedizin folgt, Impfungen abhakt und Tabletten verabreicht. 

Gesundheit ist ein Prozess, den wir jeden Tag mitgestalten.
Gesundheit ist identisch mit einer inneren ausgeglichenen Ordnung.

Ohne passende Ernährung hilft oft auch die beste Therapie nicht

Manche Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten lassen sich weder schulmedizinisch noch alternativ nachhaltig behandeln, solange die Ernährung nicht stimmt. Ernährung beeinflusst Psyche, Lernbereitschaft, Lebensfreude und das allgemeine Wohlbefinden. Viele Gesundheits- und Leistungsprobleme entstehen durch Fehlfütterung. Umgekehrt lassen sie sich oft über die Fütterung auch verbessern.

Dabei gilt: Liebe allein reicht nicht. Wer nur aus dem Gefühl heraus füttert, ohne die artgerechten Bedürfnisse seines Tieres zu kennen, meint es gut und schadet trotzdem. Viele Tiere leiden unfreiwillig unter der Fürsorge ihrer Menschen, weil zu viel Herz und zu wenig Wissen im Spiel sind. Was es braucht, ist emotionale Vernunft.

Was auf der Verpackung steht: Marketing mit Gefühl

Wer durch das Futterregal geht, merkt schnell, dass hier nicht der Verstand angesprochen wird, sondern das Herz. Die Menünamen sind oft kleine Meisterwerke der Vermenschlichung:

Liebe und Zuneigung. Das Futter heisst «Wahre Liebe», «Aus Liebe zum Tier», «Lieblingsmenü», «Glücksmenü», «Seelenschmeichler» oder «Pfoten-Liebe». Wer sein Tier liebt, soll gar nicht erst auf die Idee kommen, die Zutatenliste zu lesen.

Kosenamen und Charakterköpfe. Das Tier wird zum kleinen Feinschmecker, Lausbub oder Schmusekater: «Für kleine Feinschmecker», «Gourmet-Menü», «Räubertopf», «Schmusetopf», «Stubentiger-Schmaus».

Die Restaurantkarte. Viele Sorten klingen, als stünden sie auf der Speisekarte eines Gasthauses: «Sonntagsbraten mit feinem Gemüse», «Rindertopf mit Gartengemüse und Nudeln», «Ragout in Gelee» oder «Geschnetzeltes nach Art des Hauses». Der Halter soll das Gefühl bekommen, er koche etwas Richtiges für sein Tier. Ob ein Hund oder eine Katze Nudeln und Gartengemüse braucht, ist eine andere Frage.

Wildnis und Heimatromantik. Im Premiumsegment wird gern so getan, als käme das Futter direkt aus dem Wald oder vom Bauernhof: «Wildnis-Menü», «Beute-Topf», «Heimat-Küche», «Hof-Menü», «Wild Pacific», «Black Marsh» oder «Scandinavia».

Witz und Wortspiele. Manche Hersteller setzen auf Alliterationen und Augenzwinkern, etwa «Gute Pute an herrlich dicken Möhrchen», «Gockels Duett», «Schaf-Schaf, Hurra!» oder «Puten-Party». Auch Länderreisen für den Napf gibt es, zum Beispiel «Montana» mit Pferd und Kartoffel.

Das ist clevere Kommunikation, aber sie sagt nichts darüber aus, was tatsächlich im Napf landet. Ein hübscher Name ersetzt keinen Blick auf die Zusammensetzung.

👉 hier im Blog-Artikel kannst du nachlesen: Was wirklich in Hundefutter steckt!

Was schon vor Jahrzehnten bekannt war

Bereits in den 70er-Jahren gab es Hinweise, dass Fertigfutter, das Welpen unbegrenzt und jederzeit zur Verfügung steht (sogenannte Fütterung «ad libitum»), das Wachstum zu stark antreibt. Dadurch geraten Knochenaufbau und Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, und Erkrankungen wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Osteochondrose werden begünstigt. Darauf verwiesen unter anderem Dämmrich, Billinghurst, Zentek und Kammerer. Geändert hat sich in der Praxis wenig. HD gilt bis heute vielerorts als rein erblich, und mit Röntgenuntersuchungen wird gut verdient, ohne dass die Krankheit über Jahrzehnte verschwunden wäre.

Zwei Blickwinkel: «Was fehlt?» und «Was belastet?»

Die orthomolekulare Medizin fragt, was dem Körper fehlt, und gleicht es gezielt aus. Die Umweltmedizin fragt, welche Belastungen sich angesammelt haben und wie sie wieder ausgeleitet werden können. Rausbekommen ist deutlich schwieriger als Reinstecken. Die Ernährung gehört zu den wichtigsten Umweltfaktoren für Mensch und Tier. Ein grosser Teil chronischer Erkrankungen wird von Umweltfaktoren mitbeeinflusst, und die Nahrung spielt dabei eine zentrale Rolle. Bei unseren Haustieren haben wir einen echten Vorteil: Wir bestimmen, was im Napf landet.

Die Prägung beginnt vor der Geburt

Nähr- und Aromastoffe gelangen ins Fruchtwasser und in die Muttermilch und prägen so schon früh die Geschmacksvorlieben. Später wundert man sich, warum der Welpe so auf sein Dosenfutter fixiert ist (bei Katzen ist das noch ausgeprägter). Die Prägung setzt sich in den ersten Lebensmonaten fort. Deshalb lohnt es sich, Welpen aus gebarften Würfen zu wählen. Säugen prägt fürs Leben, unterstützt die Abwehrkräfte und vermutlich auch die Entwicklung des Gehirns.

Manche denken: «Die Eltern spielen doch keine Rolle, ich barfe meinen Junghund ja selbst.» Die Epigenetik zeigt aber, dass Umwelt und Lebensumstände die Aktivität von Genen beeinflussen können, und zwar über die eigene Lebenszeit hinaus. Futtermenge und -qualität, Schadstoffe, Bewegung, Stress, Training und Erziehung wirken auf Gesundheit, Psyche und Lernfähigkeit.

Wenn Industrie und Zucht Hand in Hand gehen

Trotz ausgeklügeltem Fertigfutter, immer neuen Impfungen, Zuchtverbänden mit Gesundheitskontrollen und Röntgenprogrammen haben wir keine durchgehend körperlich und mental gesunden Hunde hervorgebracht. Ein Grund zum Nachdenken sind die engen Verflechtungen zwischen Futtermittelfirmen und Institutionen:

  • Der internationale Hundezuchtverband FCI ging eine Kooperation mit Eukanuba ein, inklusive Anzeigen und Artikeln zur Hundeernährung im Verbandsmagazin sowie dem FCI-Logo auf Züchterpackungen. In «Unser Rassehund» (2/2007) wurde die Partnerschaft damit begründet, mehr Einfluss auf die Züchter nehmen zu können. Bei einem Verband, der die Gesundheit der Rassehunde fördern soll, darf man sich da durchaus seine Gedanken machen.

  • Welpenclubs der Futtermarken geben Welpenpakete gegen Registrierung mit Impfpass-, Steuermarken- und Chipdaten ab. Die Kundendaten sind für die Firmen mindestens so wertvoll wie die frühe Prägung auf die Marke.

  • Produktnahe Schulungen an Tierkliniken, Universitäten und Kongressen sowie interne Verkaufsschulungen setzen gezielt auf die Vermenschlichung der Tiere, um Halter zu höheren Preisen für Premiumfutter zu bewegen.

Zwei kritische Stimmen

Prof. Dr. Klaus Dämmrich (Veterinärpathologe) hielt schon vor Jahrzehnten fest, dass mit dem Umsatz der Futtermittelindustrie auch die Erkrankungsraten bei Hunden und Katzen steigen. In seinen Arbeiten, unter anderem zum Knochenwachstum bei Grossrassen, beschrieb er, wie Fehlernährung, Überversorgung und Zusatzstoffe chronische Erkrankungen begünstigen können, etwa Skeletterkrankungen bei Welpen, Magen-Darm- und Hautprobleme oder Allergien.

Klaus Dieter Kammerer veröffentlichte im September 2000 das viel diskutierte Buch «Der Jahrtausendirrtum der Veterinärmedizin» mit dem Untertitel «Die Hüftgelenksdysplasie infolge Fehlernährung als nicht erbliche Skeletterkrankung des Hundes». Seine Kernthesen:

  • HD und andere Knochen- und Gelenkerkrankungen seien keine reinen Erbmängel, sondern Folge von Fehlernährung.

  • Vor allem Trockenfutter mit Zusätzen und Appetitanreger führe zur Überversorgung. Die Welpen wachsen zu schnell, nehmen zu rasch zu, und das noch weiche Skelett kann das Gewicht nicht tragen.

  • Bei Nutztieren fallen Skelettschäden kaum ins Gewicht, weil sie nach wenigen Monaten geschlachtet werden. Ein Hund muss ein Leben lang damit leben.

  • Er wirft Industrie und Veterinärmedizin vor, die Genetik als Erklärung vorzuschieben, um vom Futter abzulenken und weiter Spezial- und Diätfutter zu verkaufen.

Fazit

Ernährung ist einer der wichtigsten Hebel, die wir für die Gesundheit unserer Tiere haben, und wir haben ihn selbst in der Hand.
Wissen, kritisches Hinterfragen und ein bewusster Blick auf das, was im Napf landet, sind dabei wertvoller als jedes Marketingversprechen.

 

Hund oder Katze ?

Hallo, ich bin Beate – und bei mir leben zwei Hunde. BARF ist für mich ein echtes Herzensprojekt: weniger Fertigfutter, mehr artgerechte Ernährung. Denn frische Fütterung macht keine Mühe – sondern ist ein echter Game-Changer für eure Tiere.
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Happy to meet you

 
 
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